Höhlenforschung mit dem wissenschaftlichen Namen Speläologie ist Teil der Erdwissenschaften. Die Höhlenforschung befasst sich vorwiegend mit natürlichen Hohlräumen. Schwerpunkte sind das Aufspüren und Kartieren von Höhlen sowie Aufzeichnen der Höhleninhalte und Wege unterirdischer Wasserläufe.
Wie der Blick in die unendlichen Weiten des Universums, bringt der Blick in den verborgenen Untergrund Erkenntnisse über die Vergangenheit und trägt auch mit bei, unsere Zukunft zu erahnen. Ganz direkt im Alltag betreffen uns z.B. Informationen aus Beobachtungen unterirdischer Wasserläufe.

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Höhlen sind höchstens so alt wie das sie umgebende Gestein. Sie entstehen beeinflusst von den sich wandelnden Verhältnissen der Aussenwelt. Geschützt vor kurzfristigen Ereignissen sind Höhlen ein gutes Archiv vergangener Zeiten. Ereignisse aus geologischen Zeiträumen sind abgebildet in Gangformen und Sedimenten.

FiSchlufUm sich in Höhlen sicher fortbewegen zu können, ist eine gut angepasste Ausrüstung nötig. Im Reich des ewigen Dunkels sind leistungsfähige Lampen von grösster Bedeutung. Vielfältige Hindernisse müssen überwunden werden: steile und senkrechte Gangstücke mit einer speziellen Seiltechnik, wassergefüllte Strecken mit Tauchausrüstung, Engstellen mit geduldigem Einsatz der eigenen Beweglichkeit.

Höhlenforschung ist eine Passion. Neugier als Anfang aller Forschung ist hier ein wichtiger Antrieb. Ins Unbekannte eindringen, eine neue Welt kennen lernen ist die eigentliche Faszination. Die interessanteste Herausforderung ist, mit Hilfe von Vermessung und Plandarstellungen, aber auch mit weiteren Aufzeichnungen das Gebilde Höhle sichtbar zu machen und so die Zusammenhänge besser zu verstehen. Die Höhle hinterlässt starke Eindrücke auf die Höhlenforscher, auch bei Aufenthalten ohne wissenschaftliche Tätigkeit, vergleichbar mit den Touristen in einer fremden Stadt, welche einen Dom besuchen oder in einem Museum Juwelen bestaunen.

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Die Erstellung von Höhlenplänen ist Teamarbeit, denn jeder Plan setzt als erstes eine Vermessung der Höhle voraus. Die Vermessung erfolgt meist als Polygonzug, d.h. in der Höhle wird von Punkt zu Punkt vermessen. Die Messgeräte sind meist Kompass, Massband und Neigungsmesser. Es kommen auch digitale oder lasergestützte Messgeräte zur Anwendung. Viel Übung zur Vermeidung von Messfehlern ist dabei unerlässlich.

 

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Secours

Höhlenrettung

Beim Befahren von Höhlen ereignen sich glücklicherweise selten Unfälle.

Eine Hilfeleistung ist jedoch äusserst schwierig.
Daher wurde aus der Schweizerischen Gesellschaft für Höhlenforschung (SGH) heraus eine Rettungsorganisation gegründet.


Der Speleo-Secours Schweiz ist eine auf Landesebene arbeitende Rettungsorganisation. Ihm gehören 220 Retter an. Er leistet Such- und Rettungseinsätze in Höhlen und anderen schwer zugänglichen Orten, für die der Einsatz von speziell ausgebildeten und mit der Umgebung vertrauten Rettern unabdingbar ist.


Der Speleo-Secours Schweiz arbeitet eng mit der REGA zusammen. Ein Unfall, der sich unter der Erdoberfläche ereignet, bringt gewöhnlich beträchtliche Bergungsschwierigkeiten mit sich. Eine Reihe von Hindernissen und die in den Höhlen herrschenden Bedingungen sind die Hauptursachen hierfür.


Es ist unmöglich, einen Verletzten auf anderem Weg aus der Höhle zu schaffen, als über den er hereingekommen war. Dies ist der grosse Unterschied zwischen einer Höhlenrettung und einer Gebirgsrettung, welche in grossem Umfang von den Luftrettungstechniken profitieren kann
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Motivation Höhlenforschung

Das Verborgene zu erkunden liegt in unserer Natur. Wenn z.B. in einer Baustellenwand ein Loch ausgespart ist, so werfen viele Leute interessiert einen Blick hindurch auf das Verborgene. Auch bei Höhlen reizt das Unbekannte hineinzublicken, hineinzugehen. Dunkelheit und Enge schrecken aber eher ab und halten sich die Waage mit der Neugier, durch einen Höhleneingang in die verborgene Welt des Untergrundes einzudringen.

Überwiegt die Neugier und zeichnen wir die Entdeckungen sogar auf, so werden wir zum Höhlenforscher.

Wie findet man Höhlen

In der Schweiz sind über 20% der Fläche Karstgebiete. Wo sich Kalk befindet, hat es wahrscheinlich auch Höhlen. Sind bereits Höhlen bekannt, so können sich in ihrem Umkreis auch weitere befinden. Hinweise aus der lokalen Bevölkerung sind meist sehr nützlich. Förster, Jäger, Landwirte und Leute, welche in der Landschaft tätig sind, liefern oft sehr gute Hinweise auf interessante Objekte.

Nicht selten werden am Stammtisch geheimnisvolle Geschichten weitergegeben. Sagen über Erdmännchen, Berichte von einem unterirdischen See, Berichte, dass vor langer Zeit ein Kind in ein Loch gefallen und einen Tag später auf der anderen Seite des Berges wieder herausgekommen sei. Zum Glück sind solche Geschichten in zahlreichen Sagenbüchern aufgeschrieben. Auch solche Hinweise können zur Entdeckung einer Höhle führen. Z.B. Berichte über Quellen mit stark schwankender Schüttung sind sichere Anzeichen auf ein mögliches, vielleicht begehbares Höhlensystem.

Zuletzt bleibt noch die systematische Prospektion, wonach festgelegte Flächen abgeschritten und quadratmetergenau abgesucht werden.

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