Der Schällbach ist ein oberflächliches Bächlein, das auf den Matten oberhalb Breitenbach entspringt. In etlichen Kurven schlängelt sich der Bach durch den Wald, bis er kurz vor und nach dem Schällbachponor in diversen Bachschwinden versickert. Der Schällbachponor bildet einen viel älteren fossilen Abfluss des Schällbachs.
Das zuvor verschwundene Wasser erreicht man am tiefsten Punkt der Höhle, wo es sich zu einem Siphon sammelt und später in der Röhrenquelle im Kaltbrunnental (durch Färbeversuche nachgewiesen) zu Tage tritt.

Der Schällbachponor ist mit einer Länge von 140m und einer Tiefe von 33m die tiefste Höhle dieses Karstgebietes und bildet mit seinen beiden Endhallen die grössten bekannten Hohlräume in diesem Gebiet. Der Eingangsbereich ist mit seinem Gangdurchmesser von 60x50cm und einer Länge von 8m auch für Könner eine psychische und physische Herausforderung. So wurde im September 1973 der Zugang durch eine Sprengung ermöglicht, und die zweite Halle wurde sogar erst am 2. Juli 2002 entdeckt.

SP_Schluf

SbP_Plan
SbP_Halle

 

Hydroplan

Ponorhöhlen

 

Mit Ponor wird auf serbokroatisch das Schluckloch eines Baches (oder Sees) bezeichnet. In der Regel fehlen Bäche im Karst. Sobald jedoch Gewässer aus benachbarten Gebieten oder aus oberflächlich abgedichteten Arealen innerhalb des Karstgebietes (beispielsweise durch eine Moränendecke) verkarsteten Untergrund erreichen, werden sie verschluckt. Gelegentlich sind solche Schwinden für Menschen befahrbar, dann sprechen wir von Ponorhöhlen. Diese Bachschwinden bilden einen Gegensatz zum eher diffusen Versickern von Niederschlags- und Schmelzwasser. In den meisten schweizerischen Karstgebieten herrscht die diffuse Versickerung über die spektakulärere, punktuelle Verschluckung in Ponoren vor. Ponore sind nicht selten, oft aber lediglich als enge Spalten ausgebildet oder durch eingeschwemmtes Material (Lehm, Geröll, Äste) soweit verstopft, dass sie für Höhlenforscher nicht zugänglich sind. (Die Lage der Schluckstellen ändert sich laufend, daher verbleiben nur verhältnismässig kurze Entstehungszeiten für grössere Hohlräume). Eigentliche Ponorhöhlen sind in der Schweiz ein eher seltenes Phänomen, insbesondere im Jura.

 

 

 

 

 

Achtung:

bei unsicherem Wetter (Gewitter, Regen), fehlender Ausrüstung und Erfahrung ist ein Besuch des Schällbachponors zu unterlassen.

Die Rettung eines Verletzten ist nahezu unmöglich – es besteht Lebensgefahr!

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